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Das grün-blaue Leitbild für die Freiraumentwicklung in Speyer

Das Freiraumentwicklungskonzept zeigt neue Freiraumperspektiven für die Stadt Speyer auf. Sie werden in einem „grün-blauen“ Leitbild mit drei Bausteinen zusammengefasst.

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NEU: Der Entwurf des Maßnahmenprogramms

Ausschnitt aus der Maßnahmenkarte

Das grün-blaue Leitbild für die künftige Freiraum- und Siedlungsentwicklung in der Stadt Speyer setzt den Rahmen für ein umfangreiches Maßnahmenprogramm. Das Leitbild mit seinen drei Bausteinen „Speyer an den Rhein“, „Grün-blauer Landschaftsbogen“ und „Grün-vernetzte Quartiere“ enthält bereits vielfältige Handlungsansätze und Maßnahmenvorschläge. Diese werden nun im Maßnahmenprogramm aufgegriffen, räumlich verortet, konkreter beschrieben und durch weitere Vorschläge und Ideen ergänzt. Hier wurden auch bereits Anregungen aus dem Freiraumdialog aufgenommen. Daraus ergibt sich ein breites Maßnahmenportfolio, das sowohl kleine, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen als auch langfristig angelegte Projektvorschläge enthält.
Das Maßnahmenprogramm umfasst zwei Dokumente:

  1. Das Maßnahmenprogramm – hier werden die Maßnahmenvorschläge beschrieben.
  2. Die Maßnahmenkarte – hier sind die Maßnahmenvorschläge räumlich verortet.

Wir laden Sie herzlich ein, sich mit dem Maßnahmenprogramm zu befassen. Sie können sich dabei umfassend informieren oder nur einzelne Aspekte vertieft betrachten. Folgende Fragen liegen uns besonders am Herzen:

  • Welche Maßnahmenvorschläge finden Sie interessant? Welche Maßnahmen sollten bevorzugt umgesetzt werden?
  • Mit welchen Maßnahmenvorschlägen sind Sie weniger einverstanden?
  • Wie würden Sie die Maßnahmenvorschläge bei einzelnen Leitzielen und Handlungsansätze ergänzen?
  • Welche weiteren Ideen haben Sie für die Umsetzung der Leitziele?

Wir würden uns über möglichst konkrete Hinweise zu den einzelnen Maßnahmen freuen. Gerne können Sie jedoch auch nochmals die Leitbildbausteine an sich oder die übergeordneten Themenschwerpunkte und Leitziele kommentieren. Hilfreich ist es, wenn Sie die jeweilige Nummer, auf die Sie sich beziehen, im Kommentar erwähnen. Gerne können Sie auch Ihren favorisierten Maßnahmenvorschlag oder den von Ihnen bevorzugten Handlungsansatz im Forum zur Diskussion stellen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß und freuen uns auf Ihre Kommentare.

Kommentare

Den mittleren Abschnitt als Sportbereich aufwerten. Der Fußballplatz ist in einem sehr schlechten Zustand und sollte als Freizeitsportanlage wieder aufgewertet werden. Dazu sollte das Basketballfeld und das Tischtennis erneuert werden. Ein Beachvolleyballfeld wäre ebenfalls möglich. Falls die Flächen hierfür nicht ausreichen kann das Fußballfeld verkleinert werden und mit kleineren Toren ausgestattet werden. Weitere Spielgeräte. Mit Sitzmöglichkeiten und Bepflanzungen, auch schattenspendenden Bäumen, die Aufenthaltsqualität verbessern. Das alte Kiosk wieder eröffnen.

Installation von mehr Sitz- und Liegemöbel.

Im gesamten Innenstadtbereich mit den Schwerpunkten Postplatz, Königslatz, Maximilianstraße sollte die Versiegelung reduziert werden und dafür die Begrünung, Bepflanzung, auch mit eingepfanlzten Bäumen, verstärkt werden. Dazu Erneuerung der Sitzmöglichkeiten. Abschnittweise Freilegung des Speyerbachs oder Integration in ein Wasserspiel. Fassadenbegrünung von nicht historischen Bauten, z.B. Kaufhof.

Auf der Hauptstrasse und dem Vorplatz des Dom/Bisch. Palais sollten die Versiegelung zurückgebaut werden zugunste von Bäumen!
Der Vorplatz de Altpörtels sowie der Postplatz wäre auch dafür geeignet . Nachdem unser letzter bürgermeister den Guido-Stifts-Platz (m.E. )verunstaltet hat, sollte diese wieder begrünt werden und Beete für Blumen und möglicherweise Hochbeete zum Gärtnern angelegt werden. Die Bewohner würden dies bestimmt begrüßen.
Der alte Marktplatz könnte auch begrünt werden!

Der Russenweiher ist als Biotop, Ruhezone, Spielplatz und Erholungsraum für viele Anwohner des Vogelsang, Neuland und südlicher Innenstadtbereich. Desghalb sollte der Bereich nicht in die Bebauung einbezogen werden. Vielmehr sollte für die "Benutzer" noch mehr Freiraum geschaffen werden, auch mit möglicherweise weiteren Bänken. Auf dem Vorplatz an der Winternheimer Straße sollten wieder Bäume gepflanzt werden, die Wiese ist nutzlos!
Auch sollte man bedenken, dass dieser Bereich erheblich zur Frischluftverorgung und Abkühlung der erhitzten Wohnbereiche dient.

Als ergänzung zu meiner Meinung: Die Grünfläche vor dem Russenweiher in der Winternheimerstraße wird derzeit hauptsächlich von dem Angelverein, manchmal auchals Parkplatz genutz. Hier könnte man eine kleine Fläche wieder als Spielplatz für kleine Kinder nutzen und abgrenzen. Dem Angelverein bleibt dann immer noch Gelände übrig!

Keine Nachverdichtung !
Hier gibt es bisher schon viel zu wenig Freiraum.

Wir bewerten das Maßnahmenprogramm – Abschnitt „Speyer an den Rhein“ wie folgt:

Wir begrüßen und unterstützen folgende Maßnahmen, da diese besonders Tiere, Pflanzen und wertvolle Biotope fördern und schützen:
• R1.1.4 Angelhofer Altrhein flussaufwärts an den Rhein anbinden
• R1.1.1 Vorhandene Auwaldreste sichern
• R1.1.3 Entwicklung einer neuen Stromtalwiese begleiten (Kirchengrün)
• R1.1.2 Rückbau, Entsiegelung Wasserübungsplatz, Entwicklung Auwald
• R3.5 Park- und Festplatz Kipfelsau und Naturfreundehaus entsiegeln, begrünen und Retentionsfähigkeit verbessern

Diese Maßnahmen begrüßen wir als Speyerer Bürger*innen:
• R3.1 Stadt und Rhein eng verweben
• R3.2 Im Norden Freiraumqualitäten des Rheinufers und des Hochwasserdamms nutzen und verbessern
• R3.3 Speyerer Qualitäten inszenieren und qualifizieren (hier mit der Anmerkung, dass die Liegewiese in der Kipfelsau erhalten werden muss)
• R4.2 Rheinübergänge sichern bzw. aufwerten

Diskussions-/Klärungsbedarf haben wir bei diesen Maßnahmen:
• R1.2.1 Vernetzung Landschaftsräume: Wie genau soll diese Vernetzung aussehen, an welchen Punkten ist eine Vernetzung sinnvoll? Beim mittleren Doppelpfeil haben wir viele Fragezeichen.
• R2.1.1
◦ Die naturnahe Entwicklung der Auwälder begrüßen wir. Hier fordern wir, dass ein zusätzlicher Punkt R2.1.4 „Auwald dauerhaft aus der Nutzung nehmen“ aufgenommen wird.
◦ Für die Besucherlenkung im Auwald wünschen wir uns eine Zonierung, aus der klar hervorgeht, wohin welche Art von Besucher*innen (Radfahrer*innen, Angler*innen, Erholungssuchende, Naturliebende, Hundebesitzer*innen, ...) gelenkt werden. Dabei sollte gemäß FFH-Maßnahmenplan insbesondere in den Hartholzauenwäldern Totholz und Biotopbäume für Spechte, Fledermäuse und (Hirsch)-Käfer gefördert und in den Weichholzauen eine Einstellung der Freizeitnutzung in den Uferzonen (Lagern, Feuerstellen etc.) erreicht werden.
◦ Die Etablierung von Beobachtungspunkten muss unter Berücksichtigung des Naturschutzes erfolgen, z.B. zur Beruhigung der Rast- und Überwinterungsgebiete von Wasservögeln am Berghäuser Altrhein führen. Beobachtungspunkte dürfen den Freizeitdruck nicht erhöhen.
• R2.1.2 Für die Stromtalwiesen schlagen wir vor, dass nicht nur „sichern und werterhalten“ als Ziel genannt wird, sondern auch eine Wertsteigerung angestrebt wird, z.B. bei der Sick’schen Wiese durch die Förderung von typischen Stromtalwiesen-Arten wie Kantenlauch, Echter Haarstrang oder Färberscharte, die dort derzeit nicht vorkommen.

Diese Maßnahmen lehnen wir ab:
• R2.1.3 Wegverbindung vom Auwald … über Alte Rheinhäuser Straße sichern und attraktiv gestalten:
◦ Der eingezeichnete Doppelpfeil suggeriert die Schaffung einer neuen Verbindung von der Industriestraße in ein besonders ruhiges und wertvolles Rückzugsgebiet für die Natur.
◦ Wir empfinden die aktuelle Wegeverbindung schon als besonders attraktiv. Gerade die „Nussbaumallee“ am südlichen Ende der Alten Rheinhäuser Straße ist bereits ein anziehender Bereich, in dem die besonders wertanzeigende Art Mittelspecht regelmäßig zu beobachten ist.
• R4.1.1 Wir sehen beim Abschnitt südlich des Industriehafens keinen Bedarf für eine „Aufwertung“, denn wir empfinden hier den Weg schon als optimal. Durch den Zugang nur von Süden ist dieser Weg besonders stadtfern mit der Möglichkeit, sich hier besonders weit weg von der Stadt und ihrem Trubel zu bewegen. Durch die derzeitige Beschaffenheit ist dies auch ein Weg, auf dem man besonders entspannt spazieren gehen kann, da hier allenfalls selten und dann langsame Radfahrer*innen unterwegs sind.
Darüber hinaus fehlt uns hier das Schlagwort „Biotopschutz“ bei den Zielen.
• R4.1.3
◦ Eine Brücke zur Überspannung der Lücke am „Altlußheimer Altrhein“ lehnen wir strikt ab, um hier keinen Durchgangsverkehr im südlichen Auwald zu schaffen.
◦ Eine hohe/bewegliche Brücke am Industriehafens sehen wir kritisch, weil dadurch die besondere Erlebnisqualität der Halbinsel als relativ stadtfern verloren geht. Stattdessen schlagen wir eine verbesserte Anbindung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen vor, durch die Schaffung einer Einbahnstraßen-Regelung auf der Straße „Am Neuen Rheinhafen“ entlang der PFW. Der dadurch gewonnene Platz sollte für eine Verlängerung des Rheinpromenadenweges bis zur Kreuzung Am Neuen Rheinhafen/ Joachim-Becher-Straße genutzt werden.

BUND Ortsgruppe Speyer

Wir bewerten das Maßnahmenprogramm – Abschnitt „Grün-blauer Landschaftsbogen“ wie folgt:

Wir begrüßen und unterstützen folgende Maßnahmen, da diese besonders Tiere, Pflanzen und wertvolle Biotope fördern und schützen:
• L1.1 Seenlandschaft Binsfeld: die angestrebte Regelung der Freizeitnutzung in Abstimmung mit Naturbelangen sowie die Förderung der Natur
• L2.1 Zonierung
• L2.2 Die Erhaltung und Förderung der landwirtschaftlichen Produktion
• L2.3.1 Die Grabensysteme für die Biotopvernetzung nutzen, werterhaltend pflegen und entwickeln
• L2.3.3 Gestaltung der Übergänge Siedlung – offene Landschaft bietet die Möglichkeit, hier neue Biotope wie Streuobstwiesen zu schaffen
• L2.4.1 Feuchtgebiete erhalten, Offenlandbereiche sichern
• L3.1.1 / L5.4.1 Übergänge Siedlung – offene Landschaft … gestalten. Hier schlagen wir vor, dass zusätzlich Mikrobiotope für Reptilien geschaffen werden
• L3.1.3 Strukturreiche Ausbildung des Waldrandes fördern
• L4.1.1 Entwicklung parkartiger Waldbestände gemäß Landschaftsplan fördern, Information für Bürger*innen, Wegenetz neu ordnen
• L4.1.2 Flugsanddünen sichern und auflichten, VSG-/FFH-Maßnahmen umsetzen
• L4.2.1 Zonierung und Besucherlenkung auf Truppenübungsplatz
• L5.2.3 Goldgrube schützen, sichern und weiterentwickeln
• L5.2.3 Deich … mit wichtiger Biotopvernetzungsfunktion erhalten. Hier schlagen wir vor, dass der Biotoptyp Salbei-Glatthaferwiese besonders gefördert wird

Diese Maßnahmen begrüßen wir als Speyerer Bürger*innen:
• L4.3.1 Speyerer Walderholung sichern und weiterentwickeln
• L5.1.1 Landschaft offenhalten, um Kaltluftproduktion zu sichern
• L5.2.1 Landschaftserleben und ruhige Erholungsnutzung fördern… durchgängigen Weg entlang des Siedlungsrandes einrichten
• L6.1.1 / L6.1.2 Durchgängiger Fuß- und Radweg durch die Landschaften am Stadtrand herstellen.

Diskussions-/Klärungsbedarf haben wir bei diesen Maßnahmen:
• L3.1.1 Hier begrüßen wir die Förderung der landwirtschaftlichen Nutzung. Die Formulierung „in Abwägung mit Stadtentwicklungsbelangen würdigen“ lehnen wir ab und bitten diese zu streichen. Bei den begleitenden Gehölz- und Baumbepflanzung bitten wir, dass hier zusätzlich Mikrobiotope für Reptilien geschaffen werden.
• L4.x Bei der Neuordnung der Wege bitte kein ortsfremdes Material einbringen, welches zu einer Düngung und Veränderung der Vegetation führt
• L5.2.1 bei der Einrichtung von Gehölzen und Bäumen entlang von Wegen schlagen wir vor, dass zusätzlich Mikrobiotope für Reptilien geschaffen werden.
• L6.1.1/L6.1.2 Bei der Gestaltung des Fuß- und Radweges schlagen wir vor, dass hier insbesondere heimische Pflanzen zum Einsatz kommen, z.B. um Salbei-Glatthafer-Wiesen zu fördern. Zugleich halten wir zusätzliche Mikrobiotope für Reptilien für sinnvoll.
• L6.1.3. Hier sehen wir noch weitere Wegemöglichkeiten weiter im Westen, so dass hier keine neuen Wege angelegt werden müssen.

Diese Maßnahmen lehnen wir ab:
• L2.3.2 Vernetzung nach Norden durch Brücke oder Damm zwischen Steinhäuserwühlsee und Wammsee stärken:
◦ Hier befürchten wir, dass dadurch der Freizeitdruck auf die sensiblen Uferbereiche noch weiter steigen wird und die in L2.1.1 angestrebten Zonen für den Arten- und Biotopschutz gefährdet werden.

BUND Ortsgruppe Speyer

Wir bewerten das Maßnahmenprogramm – Abschnitt „Grün-vernetzte Quartiere“ wie folgt:

Wir begrüßen und unterstützen folgende Maßnahmen, da diese besonders Tiere, Pflanzen und wertvolle Biotope fördern und schützen:
• Q1.1 Klimaökologische Ausgleichsfunktion stärken; Schwammstadt-Prinzip umsetzen
• Q2 Plätze, Parks und wichtige Grünräume qualifizieren, profilieren und vernetzen
• Q3 Vielfältiges Quartiersgrün

Diese Maßnahmen begrüßen wir als Speyerer Bürger*innen:
• Q4 Grün-blaue Achsen durch die Stadt

Klärungs-/Diskussionsbedarf haben wir bei diesen Maßnahmen:
• Q2.1.1.
◦ Den Punkt „Biotopfunktion stärken“ durch einfache und klare Biodiversitätsziele für Bürger greifbar machen – für 5 x 3 Arten Lebens- und Fortpflanzungsraum bieten:
▪ 3 verschiedene Brutvögel
▪ 3 verschiedene Wildbienen (Bienenhotel, bodenbrütende Wildbienen)
▪ 3 verschiedene Schmetterlingsarten
▪ 3 verschiedene Heuschreckenarten
▪ 3 verschiedene heimische Büsche
▪ Zusätzlich sollte in jedem Parkt im Rasen eine Wieseninsel gestaltet werden: Wiesensalbei und anderen lokalen Arten dort etablieren
◦ Zusätzlich sehen wir eine Biotopfunktion bei folgenden Parks: Feuerbachpark, Adenauerpark, Melchior-Hess-Anlage, Russenweiher
◦ Zusätzlich sollte hier der ehemalige Sportplatz auf dem Normand-Gelände als städtische Brache aufgeführt werden.
• Schaffung einer Kategorie Q5: Straßenbegleitgrün und Verkehrsinseln
◦ Für diese Flächen schlagen wir vor, dass die Bewirtschaftung an der Aktion „Mai Minus Mähen“ teilnimmt: https://www.bingen.de/stadt/news/alle-pressemitteilungen/d-maehfreier-ma...
◦ Bei der Bepflanzung ist auf die Verwendung heimischer Strauch- und Baumarten zu achten

BUND Ortsgruppe Speyer

(R.1.1.5 / R2.1.1 / R2.1.3) AUWALD UND FREIZEITNUTZUNG: BESTEHENDES INTEGRIEREN, WEGEAUSBAU VERMEIDEN
Die vorgesehene Weiterentwicklung von Freizeitnutzungen des Auwaldes sollte - wie vorgesehen - unbedingt im Einklang mit Umwelt- und Naturschutz erfolgen.
Vorgesehene Maßnahmen zur Besucherlenkung (z.B. Beobachtungspunkte) halten wir ebenfalls für wichtig. Bestehende Maßnahmen (wie der Altrheinpfad) sollten erfasst und integriert werden.
Die bestehende Wegeverbindung vom Auwald zur Siedlung finden wir aber ausreichend (ggf. ausbessern von Schlaglöchern; keine Verbreitung des Weges! schöne Wegsäume unbedingt erhalten; besser Geld für Attraktivitätssteigerung anderer Bereiche verwenden)

(R1.2.1) BEI VERNETZUNG VON LANDSCHAFTSRÄUMEN DURCH WEGE BAUMFÄLLUNGEN SOWIE EINE RUNDUMERREICHBARKEIT DER SCHUTZGEBIETE UNBEDINGT VERMEIDEN
Die Vernetzung von Landschaftsräumen über Wegeausbau oder Wegeneubau darf keinesfalls zulasten von Bäumen oder Hecken gehen.
Naturschutz muss Vorrang vor breitflächigem Zugang der Landschaftsräume für die Freizeitnutzung haben.

(R3.1.1, R3.1.2, R3.1.3 R3.1.4) HINWENDUNG ZUM RHEIN: ÖPNV-ANBINDUNG UND PARKPLÄTZE VORANBRINGEN ABER RUNDUMERREICHBARKEIT DER LANDSCHAFT VERMEIDEN
Die geplanten Bänke und Bäume werden begrüßt. Baumpflanzungen sind aber i.d.R. mit dem Deichschutz nicht vereinbar. Der Deichweg sollte nicht zu stark möb-liert werden. Im Vordergrund sollte das Erleben des Flusses stehen.
Die Ausschilderung / Besucherlenkung vom unteren Domparkplatz auf die Brücke zum Sealife muss verbessert werden, um gefährliche Querungen der Hafenstraße durch Fußgänger und Radfahrer wirkungsvoll zu vermeiden.
Die Schaffung von „Grün-blauen“ Ausstiegen des ÖPNV, die direkt ans Wasser führen, finden wir sehr gut.
Bezüglich der Reglementierung des Parkverkehrs am Rheindamm sehen wir folgenden Handlungsbedarf: Gegenüber Kirchengrün und Kläranlage sind die Parkplätze bereits gesperrt. Die Parkplätze an Rheinhäuser Fähre und Schiffswerft Braun / Liebesinsel sind überlaufen. Es fehlen Parkplätze für Menschen, die nicht mit dem Fahrrad in den Auwald kommen können (z.B. Senioren).
Auch hier muss Naturschutz Vorrang vor einem breitflächigen Zugang für die Frei-zeitnutzung haben.

(R3.3.1 R3.5.1) FÜR DEN FREIRAUMKOMPLEX DOMGARTEN UND KIPFELSAU ZUGÄNGLICHKEIT UND GRÜNQUALITÄT ERHALTEN
Rheinpromenade, Domgarten, Kipfelsau und Umgebung bilden einen extrem wich-tigen Freiraumkomplex für die Speyerer BürgerInnen, dessen Zugänglichkeit und Grünqualität erhalten werden muss.
Parkplatz Kipfelsau und Naturfreundehaus zu entsiegeln und zu begrünen wird von uns sehr begrüßt.

(R3.4.2 R4.1.1, R4.1.3, R4.2.2) INFRASTRUKTUR AM RHEIN: BRÜCKEN VERMEIDEN, RHEINFÄHRE IST BEREITS GUT ERREICHBAR
Bei der Verbesserung der Übergänge des Industriegleises sollten Brücken o.ä. aufwendige Lösungen vermieden werden.
Ein durchgängiger, sicherer Radweg im Bereich neuer Hafen / Liebesinselwäre wäre sehr wichtig. Es sollte aber keine Brücke gebaut werden. Alternative Wege?
Die Rheinfähre ist bereits sehr gut zugänglich. Die vom Freiraumkonzept gefor-derte verbesserte Einbindung in das Wegekonzept (Wegeausbau?) können wir nicht nachvollziehen.

(L2.2.1) URBANE LANDWIRTSCHAFT SICHERN?
Was wird im Freiraumkonzept unter urbaner Landwirtschaft verstanden, die gesichert werden soll? Landwirtschaft auf Dächern, nennenswerter privater Obst- und Gemüseanbau in der Siedlung o.ä. gibt es unseres Erachtens noch nicht. Hier besteht ggf. Entwicklungsbedarf statt Sicherungsbedarf.
Ackerflächen von Landwirtschaftlichen Betrieben in der Gemarkung sollten gesichert werden.

(L2.3.1) GRÄBEN SIND NICHT NUR LEITLINIEN FÜR WEGE SONDERN WICHTIGE ADERN DER BIOTOPVERNETZUNG
Bei der Ausweitung des grabenbegleitenden Wegenetzes sollten ausreichend ungestörte Grabenabschnitte ohne Wege (= leichte Zugänglichkeit) erhalten bleiben.
Im Freiraumkonzept fehlt der wichtige Hinweis auf das bereits vorliegende Pflege- und Entwicklungskonzept für die Gräben der Speyerer Gemarkung.

(L2.3.2) BRÜCKE ODER DAMM ZWISCHEN STEINHÄUSERWÜHLSEE UND WAMMSEE?
Wir können hierin keinen Sinn erkennen. Das Geld sollte anderweitig besser eingesetzt werden.

(L3.1.2, L3.1.3) GRÜNVERNETZUNGEN AM SIEDLUNGSRAND UND AUSBILDUNG VON WALDRÄNDER FINDEN WIR SEHR GUT
Die Planung, Übergänge zwischen Siedlung und offener Landschaft mit Gehölzstreifen und Obstbaumreihen zu gestalten und eine strukturreiche Ausbildung der Waldränder zu fördern finden wir sehr gut.

(L3.1.1) STADTNAHE LANDWIRTSCHAFTLICHE NUTZUNG SOLL ERHALTEN BLEIBEN
Bzgl. stadtnaher Landwirtschaft sollte weniger die Stadtentwicklung (Landesgarten-schau?) in der Abwägung berücksichtigt werden, sondern mehr die Biotopvernetzung gefördert und Landwirtschaft erhalten werden.
Es sind ausreichend Wirtschaftswege vorhanden. Statt neuer Wege sollten mehr Säume entwickelt und Bäume gepflanzt werden.

(L3.2.2) LANDESGARTENSCHAU NICHT VEREINBAR MIT DEN ZIELEN DER BIENENINITIATIVE
Wir halten eine Landesgartenschau nicht für vereinbar mit den Zielen der Bieneninitiative für die Natur in und um Speyer und sind daher gegen die Landesgartenschau und das geplante Gewerbegebiet.

(L4.1.1) PARKARTIGE WALDBESTÄNDE SIND KONTRAPRODUKTIV FÜR DAS STADTKLIMA
Der Speyerer Stadtwald im Westen der Stadt stockt größtenteils auf nährstoffarmen, schlecht wasserversorgten sandigen Böden. Er ist der Stadt in Hauptwindrichtung vorgelagert. Daher kommt ihm für die Belüftung und Temperaturabsenkung der Stadt eine immense Bedeutung zu. Um diesen kühlenden Effekt für sich selbst und für die Umgebung zu leisten, muss ein tatsächliches Waldinnenklima, feucht, beschattet und kühl, erhalten bleiben. Gerade sandige Böden erhitzen sich bei einer teilweisen Freilage durch eine parkähnliche Struktur sehr und trocknen aus. Daher sind Waldbestände mit möglichst geschlossenem Kronendach und mit einem hohen Laubholzanteil zu entwickeln und zu erhalten. Eine parkähnliche Entwicklung des Stadtwaldes wäre für ein erträgliches Klima der Stadt kontraproduktiv.

(L5.3.1) KEINE ENTWICKLUNG DES POLYGONGELÄNDES OHNE BAUM-SCHUTZPLANUNG
Auf dem Polygongelände wurden bereits 1987 insgesamt 24 Esskastanien und 15 Linden als geschützte Landschaftsbestandteile ausgewiesen. Auf dem Luftbild ist darüber hinaus ein umfangreicher Baumbestand erkennbar. Vor (!) der Entwicklungsplanung im Sinne einer Folgenutzung für Tierheim etc. sollte daher unbedingt eine detaillierte Erfassung der Bäume mit Priorisierung erfolgen. Auch Totholz ist ggf. schutzwürdig (Wildbienennistplätze etc.). Daran sollte sich die Planung dann orientieren und ggf. intensiv kreative Lösungen zum Baumerhalt gesucht werden.

(Q1.1) KLIMARESILIENZ MUSS AUCH IN DER INNENSTADT GESTÄRKT WERDEN
Es sollten grundsätzlich alle Maßnahmen zur Freiraumgestaltung auf Klimaresili-enz geprüft und ggf. angepasst werden.
Bezgl. der Altstadt und Innenstadt sollte man nicht kapitulieren sondern innovative Ideen entwickeln (z.B. Postplatz begrünen; Parkhaus begrünen / Optimieren bestehender grüner Inseln). Auch Flächen, die nicht im städtischen Besitz sind, sollten einbezogen werden (z.B. über Förderung). Bei Baugenehmigungen sollte mehr auf Begrünung geachtet werden (z.B. über Konzeptvergabe, Gestaltungsbeirat).

(Q2.1) VERBESSERUNG DER BIOTOPFUNKTIONEN = VERBESSERUNG DER KLIMAFUNKTION
• Grundsätzlich sollte überall dort, wo die Klimafunktion verbessert werden soll auch die Biotopfunktion gestärkt werden. Ein Baum / Strauch / Beet ist bereits ein Biotop sein (Biotopverbesserung: z.B. Rasen zu Kräuterrasen oder Wiese; Wandbegrünung, Baum- oder Strauchpflanzung etc.).
• Die Förderung der Biotopfunktion sollte für bestimmte Plätze / Grünflächen näher definiert und entsprechend entwickelt werden. Das Ziel „multifunktionale Nutzung“ wird im Freiraumkonzept zu häufig genannt.

• Berliner Platz: Wir begrüßen die geplante zusätzliche Beschattung.
• Die Kipfelsau sollte unbedingt als Begegnungs- und Picknickplatz erhalten werden.
• Eselsdamm: Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden begrüßt.
• Der Feuerbachpark wird bereits aktuell intensiv genutzt. Gründe für das vorgeschlagenen Beleuchtungskonzept? (Lichtverschmutzung sollte vermieden werden / Ggf. ist eine insektenfreundliche Beleuchtung zu gewährleisten / Die insektenfreundlichste Beleuchtung ist keine Beleuchtung!)
• Der Friedhof ist die größte Grünfläche in Speyer. Hier die Biotopfunktion zu fördern, finden wir auch sehr wichtig.
• Eine Entsiegelung und Begrünung am Königsplatz wird begrüßt.
• Es sollten unbedingt Innovative Ideen zur Begrünung der Maximilianstraße und vor allem für den Postplatz entwickelt werden.
• Warum sind in der Melchior-Hess-Anlage und am Russenweiher keine Förderungen der Biotopfunktionen vorgesehen?
• Der Guido-Stifts-Platz sollte gestalterisch-funktional weiter aufgewertet wer-den (z.B. Beleuchtung der Bäume beseitigen; Begrünung verbessern).

(Q2.1.2) KEIN URBAN GARDENING IM SCHLANGENWÜHL, POSTGRABENRE-FUGIUM FÜR DIE STADTNATUR, SOZIALMANAGEMENT FÜR GRÜNFLÄCHEN
• Urban Gardening ist im Schlangenwühl fehl am Platz (Schutzgebiet, Lage am Siedlungsrand). Besser wäre z.B. eine Förderung von Urban Gardening im Melchior-Heß-Park oder auf dem Guido-Stifts-Platz.
• Die Postgrabenöffnung für Fußgänger sollte unterbleiben. Die mögliche Verbesserung durch eine Zugänglichkeit auf so kurzer Strecke (140 lfdm) steht in keinem Verhältnis zum Verlust eines innerstädtischen Rückzugsbe-reiches für Stadtnatur. Besser wäre es, den Postgraben für die Stadtnatur aufwerten.
• Innerstädtische Brachen / wildes Grün sollten grundsätzlich wertgeschätzt werden.
• Die Nachhaltigkeit der Grünflächenqualität und -entwicklung muss auch sichergestellt werden - durch weitere Aktionen und Personal, d.h. langfristig begleitendes Sozialmangement auch für Grünflächen, StadtgärtnerInnen für soziale Grünflächennutzung, fachgerechte Pflege von Obstbäumen und Beerensträuchern, die im Rahmen der essbaren Stadt gepflanzt wurden etc.
• Grünflächen müssen nicht nur Lebensraum für Stadtnatur sein, sondern sol-diese Tiere und Pflanzen auch erlebbar für die Bevölkerung, v.a. Kinder und Jugendliche machen. Die Wahrnehmung der Natur soll über die Grünflächengestaltung gefördert werden (Ausweitung von Angeboten der Natur-bildung z.B. Rucksackschule, um Naturwahrnehmung / Umweltbewusstsein zu stärken. Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien profitieren von mehr innerstädtischem Grün.)

(Q3.1) POTENTIELLE BAUMSTANDORTE ERHEBEN, ANEIGNUNGSGRÜN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE BEREITSTELLEN
Innerstädtische Potenziale für mögliche Baumstandorte zu erheben halten wir ebenfalls für besonders wichtig (z.B. Königsplatz, St Guido-Stiftsplatz, Parkplätze).
Aneignung ermöglichen: Für Kinder / Jugendliche sollten Grünflächen-Bauspielplatz zur Verfügung gestellt werden.

(Q3.2.1) FÖRDERUNG VON BIODIVERSITÄT UND GRÜNER ARCHITEKTUR SOLLTE VERSTÄRKT AUCH IM BESTAND STATTFINDEN
Wir begrüßen die im Freiraumkonzept vorgesehene Berücksichtigung wie Biodiversität, Naturnähe und Klimakomfort bei Planung von Freiräumen sowie die Erhöhung des Grünvolumens durch grüne Architektur (Vorschlag: Kaufhof und Park-häuser vertikal begrünen. Dunkle Fassade des Guesthouse durch Begrünung klimafreundlicher gestalten.)
Es sollten Wege gefunden werden, damit nicht nur bei Neubauten die städtische Grünsatzung zum Tragen kommt, sondern auch bei Umbauten (Negativbeispiel: Innenhof in Ludwigstrasse / früheres Jugendzentrum wurde umfassend versiegelt).
Doppelte Innenentwicklung in der Zukunft reicht nicht. Es muss auch für den Bestand etwas geschehen.

(Q3.3) KREATIVE LÖSUNGEN ZUR VERBESSERUNG DER KLIMARESILIENZ UND DURCHGRÜNUNG DER HISTORISCHEN ALTSTADT SUCHEN
Bezgl. der Altstadt sollte man nicht kapitulieren sondern innovative Ideen entwickeln (z.B. Postplatz begrünen; Parkhaus begrünen / Optimieren bestehender grüner Inseln; Begrünung von Altstadtgassen, durch horizontale Begrünung über der Straße mit Wein.)

(Q3.3.2) GRÜNRAUMVERSORGUNG DURCH ÖFFNUNG PRIVATER GRÜNFLÄ-CHEN VERBESSERN
Eine Verbesserung der Durchgrünung durch Kooperation mit Privatflächen sollte mit innovativen Ideen und entsprechenden Ansprechpartnern bei der Stadt vorangebracht werden (Vorschlag: Grünfläche am evangelischen Medienzentrum).

(Q4.3.1) EIN KLIMAOPTIMIERTES FREIRAUMNETZ ENTWICKELN
Entsiegelung und Begrünung sollten wie im Freiraumkonzept vorgesehen weitmöglichst vorangetrieben werden. Viele kleine Parkplätze könnten zu vielen kleinen Klimainseln (Grünflächen) werden.
Es sollte Unterstützung/Beratung für private Gartengestaltung hinsichtlich einheimischer, insektenfreundlicher und trockenheitsresistenter Pflanzen angeboten werden und einen Bonus für die Umwandlung privater Parkplätze in Grünflächen geben.

(Q3.6.3) SCHAFFUNG NEUER RAD-/FUSSWEGEVERBINDUNGEN MUSS DIF-FERENZIERT GESEHEN WERDEN
Anlage oder Ausbau von Rad/Fußwegen darf nicht zu stark zu Lasten unversiegel-ter Flächen gehen. Baumfällungen für neue Rad/Fußwege sind unbedingt zu ver-meiden und im Hinblick auf den Klimaschutz kontraproduktiv.
Wir begrüßen den Ausbau von Rad- und Fußwegen. Nur: Wie passt das zusammen mit der laut Moderationskommentar zum Freiraumkonzept dargelegten Sichtweise der Verkehrsplaner, den Radverkehr wieder auf die Straße zu bringen (Bsp. Igge-heimer Straße, Fritz-Ober-Straße, oder - ganz absurd - ein Baum mitten im Radweg Wormser Landstraße/Ecke St. Bernhard)? Wie soll ein gestrichelter Radweg auf der Straße klimaangepasst gestaltet werden?

(Q4.1) SIEDLUNG UND LANDSCHAFT ÜBER GRÜNE ACHSEN VERNETZEN
Wir unterstützen das Ziel des Freiraumkonzeptes Stadt und Umland über grüne Achsen zu vernetzen. Der Schutz von Naturräumen ist aber mit Effekten durch verstärkte Nutzung (neue Wege) sensibel abzuwägen (z.B. Brücke über den Wannsee).
Konkreter Verbesserungsvorschlag zum Übergang Kreuzung Wormser Landstra-ße/Bahnhofstraße: Die aktuelle Ampelschaltung Friedrich-Ebert-Straße zum Mausbergweg (oder Fußweg am Woogbach) ist für Fußgänger und Fahrradfahrer nicht akzeptabel. Hier hat das Auto eindeutig Vorfahrt. Eine Neugestaltung ist dringend erforderlich.)

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